Gelesen: Lola reicht’s

 

Autorin: Heidi Troi

Hardcover: 72 Seiten

Verlag: Obelisk

Auflage: 1 (2020)

ISBN-13: 9783851979497

Vom Hersteller empfohlenes Alter:
ab 8 Jahren

Preis: 12,00 EUR

 

Habt ihr schon mal daran gedacht von Hause auszubüxen? Lola hat den festen Entschluss mit ihrem besten Freund abzuhauen und das Meer zu sehen. Doch sind die beiden wirklich bereit dazu?

Aufmachung des Buches

Das Buch ist im Hardcover gebunden. Es gibt immer wieder s/w Illustrationen. Die Schriftgröße ist größer gewählt, als bei Büchern für Erwachsene und auch die Abstände zwischen den Zeilen sind größer – Ideal für (un-)geübte Erstleser.

Inhalt

Lola wird ständig geärgert. Ihr Bruder nennt sie „Pummelchen“ und ätzt immer wieder gegen sie. Den Eltern scheint das nicht aufzufallen. Und auch in der Schule hat sie einen schweren Stand. Gemeinsam mit ihrem besten Freund Sansibar beschließt sie auszureißen.

Umsetzung

Max ist echt ein fieser Bruder. Ständig lächelt er und tut so, als sei er nett. Doch kaum sind die Eltern unaufmerksam, ärgert er seine Schwester – und in der Schule tut er dies sowieso.

‚Schade, dass du keinen [Pancake] wolltest.‘ Max steht auf und wischt sich die Finger an der Hose ab. Dann wendet er sich Richtung Tür. ‚Hab‘s versucht Mama‘, brüllt er. Dann beugt er sich vor und verwuschelt Lola die Haare. ‚Trotz ruhig weiter, Pummelchen! Dann bleibt mehr für mich!‘

Heidi Troi: Lola reicht’s; Obelisk; 2020

Die Eltern bemerken nichts von Max‘ Hänseleien, da er sich geschickt anstellt. Und weil Lola diejenige ist, die sich ärgert und laut wird, ist automatisch sie diejenige, die sich falsch verhält. Das kam mir gleich von Anfang an ungerecht vor. Umso klarer wird, wie wichtig es für Eltern ist, genau hinzusehen, wenn es daheim Streitereien gibt – und das Schreien nicht gegen Hänseleien hilft.

Im krassen Gegensatz dazu steht die Harmonie zwischen Lola und Sansibar. Man merkt sofort, dass sie ein Herz und eine Seele sind. Auch er nennt sie „Pummelchen“, meint dies aber gar nicht böse und für sie ist er „Schokobohne“. Von Anfang an war es, als würde ich die besondere Beziehung zwischen den beiden spüren können.

Bei der Namenswahl beweist die Autorin ein glückliches Händchen. Die Namen transportieren bereits eine gewisse Stimmung gegenüber den Personen und sind treffend. So auch die beiden Lehrerinnen Frau Selig und Frau Schlechtleitner.

Das Ausbüxen wird mit kindlicher Naivität geplant und umgesetzt. Auf der einen Seite kann man dabei schmunzeln, auf der anderen Seite sind die beiden Kinder authentisch. Ich hatte das Gefühl dabei zu sein und direkt Bilder im Kopf.

‚Etwas wichtiges haben wir vergessen: Einen Abschiedsbrief! Unsere Eltern müssen wissen, dass wir abgehauen sind. Sonst machen sie sich Sorgen!‘

Heidi Troi: Lola reicht’s; Obelisk; 2020

Die Sprache ist einfach gehalten und die Schriftgröße an junge Leser angepasst. Deshalb finde ich die Geschichte sowohl zum Vorlesen, als auch zum selbst lesen für Anfänger geeignet.

Ich persönlich fand die Illustrationen nicht so ansprechend, aber das ist Geschmackssache – Am besten schaut ihr in die Leseprobe. Sie sind sehr einfach gehalten und dass Lola etwas übergewichtig ist, habe ich nicht gesehen.

Und hier die Kurzzusammenfassung

  • gefühlvolle Geschichte
  • einfühlsam erzählt
  • kindgerechte Sprache

Fazit

Mir hat die Geschichte sehr gefallen. Lola hat es wirklich nicht leicht und ihre Eltern stehen ihr nicht bei. Es muss nicht immer gezieltes Mobbing sein, kleine Hänseleien verletzen auch. Der Gedanke auszureißen liegt deshalb nahe. Umso wichtiger ist es, das man mit Freunden, Eltern, Geschwistern darüber spricht. Denn wenn man tatsächlich ausreißt, lässt man viel mehr hinter sich, als „nur“ die Familie. Das Happy End fand ich gelungen.

4 von 5 Sternen

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Auf der Verlagsseite könnt ihr einen Blick ins Buch werfen und es bestellen.

Die Autorin Heidi Troi hat eine eigene Internetseite, auf der ihr vorbeischauen könnt.

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Der Verlag hat mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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