Gelesen: Trügerische Stille

Andreas Steinhöfel: Trügerische Stille, ISBN 9783551353146
Autor: Andreas Steinhöfel

Softcover: 176 Seiten

Verlag: Carlsen

Auflage: 16 (2020)

ISBN-13: 9783551353146

Vom Hersteller empfohlenes Alter:
ab 12 Jahren

Preis: 6,99 EUR

E-Book: 6,99 EUR

Darum geht‘s

Es sind Sommerferien und Logo fährt mit seiner Familie für drei Wochen in ein Ferienhaus am Waldensee. Auf dem Weg dorthin begegnet er Carla, die mit ihren Eltern ebenfalls in der Nähe des Sees Urlaub macht. Er versucht sich ihr anzunähern, doch sie ist verschlossen. Ihn beschleicht der Verdacht, dass etwas nicht stimmt.

Umsetzung

Das Buch war leider in vielerlei Hinsicht eine Enttäuschung. Gerade die Geschichte um Carla bietet viel interessanten Stoff. Schade, dass der Autor nichts daraus gemacht hat.

[Paps] erzählte mir nie, was er dachte. Dafür wusste er auch so gut wie nichts über mich, obwohl er sicher das Gegenteil geschworen hätte.

Andreas Steinhöfel: Trügerische Stille, 2020, Seite 18

Logo lebt in einer dysfunktionalen Familie. Er hat kein gutes Verhältnis zu seiner ein Jahr älteren Schwester und er ist quasi ein Ersatz Papa für die vierjährigen Zwillinge. Diese müssen sich bereits selbst ankleiden und Frühstück machen und werden von ihren Eltern nicht getröstet, wenn sie traurig sind.

[…]so wie Hänsel und Gretel. Irgendwann hatte Paps ihnen erzählt, die beiden seien fiese kleine Killer, denen es nur recht geschähe, wenn sie vom Essen geklauter Lebkuchen Karies bekämen und ihre Eltern sie an einen Wanderzirkus verkauften.

Andreas Steinhöfel: Trügerische Stille, 2020, Seite 68f.

Das sagt ein Vater zu seinen vierjährigen Kindern zu einem Märchen. Logo und seine große Schwester Pola haben in ihrer Kindheit einen Hirschkäfer aus morbider Neugier ertrinken lassen. Der Auftritt der Oma beginnt damit, dass sie ihrer besten Freundin die Zähne ausschlägt. Alles in allem kann ich für die ganze Familie keine Sympathie aufbringen.

Stellenweise ist die Geschichte einfach nur unrealistisch. Auf der Fahrt an den See platzt ein Reifen und Familie Färber gerät in eine gefährliche Situation. Ich habe sowas ähnliches bereits erlebt, da aber mit Glatteis, und das Verhalten der Figuren war für mich absolut nicht schlüssig.

Ein Lichtblick in der Geschichte war Carla. Sie ist sehr zurückhaltend, ein wenig wie ein Geist. Sie taucht mehr in Logos Gedanken auf, als das er wirklich mit ihr interagiert. Carla macht sich rar und es bleibt vorerst ihr Geheimnis, warum dies so ist. Das hat mich neugierig gemacht.

Leider versucht der Autor hier diverse Geschichten auf 176 Seiten unterzubringen. Da ist eine dysfunktionale Familie, die zueinander finden könnte. Da ist die Liebesgeschichte zwischen Logo und Carla. Und natürlich Carlas Geheimnis. Am Ende fehlt mir der rote Faden. Alle Aspekte werden irgendwie aufgegriffen, aber nichts wird wirklich zu Ende gedacht. Die ersten hundert Seiten lesen sich wie eine Geschichte über Logo und seine Familie und dann schwenkt alles auf Carla um und ihre Geschichte wird auf rund siebzig Seiten heruntergerattert. Der Bruch kommt plötzlich und am Ende bleiben mir nur viele Fragezeichen.

Und hier die Kurzzusammenfassung

  • unsympathische Figuren
  • kein roter Faden
  • irrationales Verhalten
  • viele lose Enden

Meine Meinung

Die Geschichte um Carla ist super spannend, kommt aber viel zu kurz. Den Großteil der Geschichte nehmen unsympathische Figuren in einer gestörten Familienbeziehung ein. Es wirkt, als versuche der Autor verschiedene Geschichten zu erzählen, wobei er den roten Faden verliert und am Ende keine der Geschichten richtig zu Ende bringt. Insgesamt eine eher enttäuschende Lektüre.

1 von 5 Sternen

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