Gelesen: Sturm (Der verwaiste Thron #1)


 
Autorin: Claudia Kern

Taschenbuch: 368 Seiten

Verlag: Blanvalet

Auflage: 1. (2008)

ISBN-13: 9783442244201

Preis: vergriffen

eBook 3,99 EUR
 
 

In einer FB Gruppe bin ich zufällig auf diese Reihe gestoßen. Schwerter, Magie und düstere Kreaturen – Genau mein Ding. Und ich kann sagen: Die Autorin versteht es ein spannendes Fantasy Abenteuer zum Leben zu erwecken.

Aufmachung des Buches

Es handelt sich um ein typisches Taschenbuch aus dem Genre Fantasy. Bilder gibt es keine, allerdings findet man im Buchumschlag eine Karte des Landes, die bei der Orientierung hilft.

Inhalt

Ana, die Tochter des reichen Fürsten Somerstorm, feiert ihren 17. Geburtstag. Was als Fest begann endet in einem Blutbad – ihre Familie und alle anderen Gäste werden ermordet. Durch das beherzte Eingreifen ihres Leibwächters Jonan kann sie entkommen. Die zwei machen sich auf den Weg zu ihrem Verlobten nach Westfall, um Hilfe gegen die Angreifer zu erbitten. Verfolgt von den Nachtschatten ahnen sie nicht, dass die Eroberung der Festung nur der erste Schritt in ihrem Plan war. Und auch Jonan birgt ein düsteres Geheimnis…

Umsetzung

Der Schreibstil gefällt mir sehr gut. Als zum Beispiel Jonan, Anas Leibwächter, in die Geschichte eingeführt wird, passiert dies mit nur einem Satz:

Der Schatten ihres Leibwächters glitt über die Wände, lautlos und dunkel, so wie er.

Claudia Kern: Sturm (Der verwaiste Thron 1), Seite 20 Z.1f., 2008

Auch im Folgenden lernt man zuerst seinen Schatten und erst später Jonan selbst kennen. Anstatt alles zu beschreiben oder direkt zu benennen, wird vieles zuerst angedeutet. Als Leser erhält man immer wieder Eindrücke, die sich nach und nach zusammensetzen. Mir selbst gefällt diese Herangehensweise sehr gut.

Zur Fantasy gehört für mich ein mittelalterliches Umfeld dazu. Sprachlich wird es durch wenige Worte vermittelt, wenn die Herrschaften mit „Mefrouw“, „Minher“ oder „Melordd“ angesprochen werden. Durch den sparsamen Gebrauch solcher Begriffe wirkt die Sprache natürlich und nicht künstlich auf alt getrimmt.

Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Man lernt Ana kennen, ebenso ihren kleinen Bruder Gerit, Anas Verlobten Rickard und dessen Freund Craymorus. Jede dieser Figuren hat eine wichtige Rolle in der Geschichte. Jede Figur kennt Fragmente aus der Geschichte, die sich aus den verschiedenen Blickwinkeln für den Leser als ein Großes zusammensetzt.

Die Figuren entwickeln sich im Verlauf der Geschichte, so wie sich jeder Mensch verändert. Oft beginnt dies mit kleinen Andeutungen oder kurzen Momenten, in denen eine charakterliche Eigenschaft aufblitzt. So kann der Leser bereits im Vorfeld erahnen, wohin die Reise geht, ohne sich dessen wirklich sicher zu sein. So ist der Magier und Gelehrte Craymorus von der Folter angewidert und fasziniert. Welche Seite obsiegt bleibt offen.

Er spürte seinen Herzschlag in der Kehle. Ihm war nicht mehr übel. Etwas regte sich in ihm, etwas, das er noch nie gefühlt hatte. Wie ein Geschmack, süß und bitter zugleich, lag es auf seiner Zunge. Es schmeckte nach Blut, nach Macht, nach Größe. Es schmeckte nach mehr.

Claudia Kern: Sturm (Der verwaiste Thron 1), Seite 254 Z.1ff., 2008

Beim Lektorat wurde leider nicht immer aufgepasst. Es gibt etliche Fragen, die nicht mit einem Fragezeichen, sondern mit einem Punkt enden. Und auch der Diener Oso wird an einzelnen Stellen zu Oto.

Und hier die Kurzzusammenfassung

  • Spannend
  • Ansprechende Erzählweise
  • Interessante Charaktere, mit ganz eigenen Zielen
  • Fehler bei Rechtschreibung und Zeichensetzung

Fazit

Die Lektüre hat sich gelohnt. Die verschiedenen Figuren sind interessant und jede hat ihre eigenen Ziele und Geheimnisse. Der Schreibstil der Autorin gefällt mir. Vieles wird angedeutet. Manche Vorahnung wird bestätigt, bei anderen Ereignissen erkennt man erst hinterher, dass es schon vorher Anzeichen gab. Auch auf eine schwarz-weiß Sicht wird verzichtet. Menschen und Nachschatten sind sich ähnlicher, als man zuerst vermuten mag. Und beide haben ihre Stärken und Schwächen.

4 von 5 Sternen

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Die Printausgabe ist bei Blanvalet erschienen, aber mittlerweile vergriffen. Ich habe dieses Buch gebraucht gekauft. Wenn ihr danach sucht, werdet ihr sicher fündig. Das eBook ist bei beBEYOND erhältlich.

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