Gelesen: Optimistisch denken


Autorin: Elke Nürnberger

Taschenbuch: 128 Seiten

Verlag: Haufe Lexware

Auflage: 2. (2013)

ISBN-13: 978-3648052273

Preis: 6,95 EUR

 

 

 

Als Buchhalter bin ich ungern gesehen. Wenn ich mich zu meinen Kolleginnen aufmache, dann geht es meist darum, dass ich Rechnungen kritisch hinterfrage oder Buchungen falsch sind – und ich Korrekturen einfordern muss. Privat wiederum möchte ich mich endlich an meinem Buch und neuen Kurzgeschichten versuchen, aber der innere Kritiker nimmt mir manchmal die Lust. Von diesem Buch habe ich mir versprochen, dass es mir hilft Kritik positiver zu vermitteln und privat endlich wieder zu schreiben. Diese Entscheidung war goldrichtig.

Aufmachung des Buches

Die Bücher der Haufe-Reihe sind klein und lassen sich somit wunderbar mitnehmen und unterwegs lesen. Sie bieten kompakt Informationen zum jeweiligen Thema, wobei Texte durch Grafiken, Aufzählungen und Zusammenfassungen ergänzt werden.

Inhalt

In diesem Buch geht es um Optimismus und wie man ihn aktiv herbeiführen kann. Der Leser soll Werkzeuge an die Hand bekommen, mit denen er sich selber mehr zutraut, positiver denkt und handelt. Andererseits wird vermittelt, wie man nach außen hin positiv kommuniziert.

Umsetzung

In diesem Buch lassen sich viele Aufzählungen, Grafiken und Checklisten finden. Sie fassen die Inhalte immer wieder kurz und prägnant zusammen. Dadurch kann man ebenfalls die Kernaussagen leicht herausschreiben, wenn man sich diese im Alltag per Post-it wieder ins Gedächtnis rufen will.

Die Autorin zeigt auf, warum optimistische Menschen erfolgreicher sind. Es liegt nicht daran, dass ihnen alles gelingt, sondern daran, dass sie mehr versuchen – und sie deshalb unterm Strich mehr erreichen. Dabei zeigt sie nicht nur Wege auf, mit denen man optimistische Gedanken herbeiführen kann. Sie fordert auch immer wieder dazu auf die eigenen Glaubenssätze zu hinterfragen. Warum beginnst du ein Projekt, wenn du schon vorher weißt, dass du nicht gut genug bist und es sowieso nicht schaffen wirst? Eben! Alles beginnt mit dem Glauben an die eigenen Fertigkeiten, daran, dass man sein Ziel erreichen kann.

Positiv fällt auf, dass Lesern nicht weiß gemacht wird, dass positives Denken vollkommen ausreicht, um Ziele zu erreichen. Im Gegenteil – zu viel Zuversicht kann schädlich sein. Die Autorin warnt den Leser davor.

Optimismus hängt nicht nur von der eigene Person ab, sondern auch von der Umwelt. Die Autorin geht deshalb auch auf z.B. Medien ein, die aufgrund der besseren Verkaufschancen eher auf Katastrophenmeldungen setzen, als auf positive Nachrichten. Sie empfiehlt daher auch das eigene Umfeld zu untersuchen. Mitgefühl zu zeigen ist wichtig, aber mitzuleiden zieht einen nur runter, ebenso wie der regelmäßige Konsum von Katastrophenmeldungen.

Interessant ist die Exkursion zur selbsterfüllenden Prophezeiung. Bisher ist der Begriff eher negativ besetzt, wird er doch meistens dafür herangezogen sich selber zu erklären, warum etwas schiefgegangen ist – man wusste es ja vorher. Diese selbsterfüllende Prophezeiung kann man nutzen, indem man diese positiv besetzt und sich selbst den Erfolg vorhersagt.

Die Anregungen, die Leser erhalten, um das eigene Denken positiv zu beeinflussen sind alltagstauglich und wirken. Ich selber habe zum Beispiel mit einem Motivationstagebuch gearbeitet. Dazu habe ich einen Tischkalender genommen und jeden Tag aufgeschrieben was positiv war (egal wie „unbedeutend“ das Ereignis war) und ebenfalls notiert, was ich für meine Zielerreichung geleistet habe. Dieser Tipp half zum Beispiel auch dann keine Durchhänger zu haben, wenn ich einen ganzen Tag nichts für meine Ziele geleistet hatte – immerhin konnte ich in diesem Kalender die vielen positiven Tage sehen. Am nächsten Tag arbeitete ich motiviert und optimistisch weiter an meinen Zielen.

Ebenfalls hilfreich waren die Tipps zur positiven Kommunikation. Ich selber bin kein Freund von Euphemismen, aber manchmal können sie hilfreich sein. Wenn ich zum Beispiel Dokumente in Excel einrichte oder Auswertungen anfertige, dann versuche ich diese so unkompliziert zu erstellen, dass Fehler bei der Anwendung ausgeschlossen sind. Manchmal höre ich dann, dass ich sie extra so erstellt habe, dass selbst Dummies nichts falsch machen können. Ich spreche dann einfach von Nutzerfreundlichkeit und schon müssen alle lachen.

Ich erinnere mich noch gut an eine Situation. Ich ging zu einer Kollegin, weil ein Beleg falsch war. Sofort wurde ich mit einem skeptischen Blick empfangen. Aber anstatt zu sagen, dass der Beleg falsch ist, gestaltete sich die Konversation folgendermaßen:
Sie: „Was habe ich jetzt falsch gemacht?“
Ich: „Wir können diesen Beleg zusammen verbessern.“
Sie: „Und wie?“
Ich: „Wir fangen mit dem Stornieren an.“
Im Endeffekt war die bisherige Buchung falsch und alles musste rückgängig gemacht und neu erstellt werden. Aber der ganze Vorgang begann mit einem Lacher. Die Situation war positiv aufgeladen und die Zusammenarbeit gestaltete sich gut.

Und hier die Kurzzusammenfassung

+ Tipps, die sich leicht in die Praxis umsetzen lassen und funktionieren
+ etliche Grafiken, Aufzählungen, Checklisten
+ Zusammenfassungen der Kernaussagen an jedem Kapitelende

Fazit

Der Kauf dieses Ratgebers hat sich auf jeden Fall gelohnt. Nach der Lektüre habe ich verschiedenes ausprobiert, sowohl auf der Arbeit, als auch privat. Die Anregungen im Buch haben tatsächlich geholfen die Zusammenarbeit leichter und fröhlicher zu gestalten, selbst wenn Kritik geübt wird. Darüber hinaus hilft es privat dazu zu motivieren, an den eigenen Zielen zu arbeiten und Durchhänger abzumildern. Von mir gibt es eine klare Kaufempfehlung.

5 von 5 Sternen

Leseprobe und Erwerbsmöglichkeit gibt es beim Verlag

 

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