Gelesen: Homevideo

Homevideo; ISBN 9783551314383

Autoren: Karin Kaçi, Jan Braren

Taschenbuch: 192 Seiten

Verlag: Carlsen

Auflage: 1 (2016)

ISBN-13: 9783551314383

Vom Hersteller empfohlenes Alter:
ab 14 Jahren

Preis: 6,99 EUR

E-Book: 5,99 EUR

Darum geht‘s

Jakob lebt in einer zerrütteten Familie. Sein bester Freund hat sich ebenfalls von ihm entfernt. Ihm bleibt seine Videokamera, mit der er sein Leben festhält. Dazu gehört auch ein intimes Video. Einem Mitschüler fällt es in die Hände und dieser stellt es ins Netz. Damit beginnen die Anfeindungen und das Mobbing. Jakob kann nichts dagegen tun. Auch seine Eltern und Lehrer sind ratlos.

Umsetzung

Wenn mich einer fragte, mit welchem Wort ich dieses Buch beschreiben würde, dann wäre es dieses: FURCHTBAR

Jakob ist ein total unsympathischer Protagonist. Er wirkt auf mich wie jemand, der sich auf den Boden legt und dann anfängt zu jammern, weil ihm niemand hoch hilft. Er ist die ganze Zeit passiv und ich komme nicht umhin zu glauben, dass ihm die Opferrolle gefällt.

Die Figuren wirken generell oberflächlich und fad. Jakobs Eltern sind mit ihrem Leben total unzufrieden und streiten sich immer wieder. Ich weiß nicht, warum sie überhaupt zusammengekommen sind. Und noch weniger verstehe ich, warum sie sich freiwillig ein Leben aufgebaut haben, dass sie so nie haben wollten.

Erik ist Jakobs Sandkastenfreund und trotzdem erfährt man kaum etwas über ihn. Henry bringt den Stein gegen Jakob ins Rollen. Er wirkt kalt und arrogant. Er ist der Bösewicht, weil es einen Bösewicht braucht. „Der ist halt so“ ist zu wenig, um eine interessante Figur zu erschaffen.

Die Geschichte ist ein Sammelsurium an Beschimpfungen. Es tauchen „pickelige Arschlöcher“ auf, es werden „Fressen poliert“ und diejenigen, die man nicht mag, sollen sich „ficken“.

Die Autorin hat von Sprache keine Ahnung und das Lektorat hat geschlafen.

[…]aber sein Blick beamte Jakob zurück ins Mittelalter und nagelte ihn dort auf einem Marktplatz an den Pranger.

Karin Kaçi, Jan Braren: Homevideo, 2016, Seite 62

An den Pranger wird man gestellt (Redewendung), nicht genagelt. Eine kurze Recherche im Internet und die Autorin hätte gewusst wie ein Pranger funktioniert und warum ihr Satz Unsinn ist.

»Moin«, smilte Henry.

Karin Kaçi, Jan Braren: Homevideo, 2016, Seite 89

Mir ist bekannt, dass man Worte aussprechen kann (sagen, rufen, flüstern,…). Man Worte schreiben und man kann sie sogar zeigen (Gebärdensprache). Dass man Worte auch lächeln kann, ist mir neu. Aber ich werde es gerne mal versuchen. Könnt ihr mir sagen, wie ich lächeln muss, damit ich beim Bäcker ein normales Brötchen und einen Eierlikörberliner bekomme?

Wie man jemandem den Ellenbogen in die Seite kicken (treten) kann (vgl. Seite 110) wird wohl auch ein Geheimnis der Autorin bleiben. Zumindest habe ich noch nie mit meinem Ellenbogen um mich getreten.

Es macht mich wütend, wie psychisch kranke Menschen verächtlich gemacht werden!

Jakob wippte kaum merklich vor sich hin. Wie ein Autist, ein Psycho eben.

Karin Kaçi, Jan Braren: Homevideo, 2016, Seite 167

In diesem Buch geht es um Mobbing und vor allem um die schlimmen Folgen, die es haben kann. Wie bitte kommt die Autorin darauf, dass es in so einem Buch in Ordnung ist, Menschen mit psychischer Erkrankung (vor allem Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung, aber nicht nur), derart verächtlich zu machen? Und warum ist das Lektorat nicht eingeschritten? Dass sie nicht noch über „Spastis“, „Krüppel“ und „Untermenschen“ geschrieben hat, ist aber auch schon alles.

Warum nur fühlte er sich bei ihr so paralysiert? Er war doch kein Vollautist, nur weil er im Fightclub der Jungs nicht mitmachte, nur weil der Fightclub seiner Eltern ihn stresste.

Karin Kaçi, Jan Braren: Homevideo, 2016, Seite 25

Und hier die Kurzzusammenfassung

  • FURCHTBAR
  • unsympathische und oberflächliche Figuren
  • schlechter Sprachgebrauch
  • verächtlich machen von Menschen mit psychischer Erkrankung

Meine Meinung

Finger weg von diesem Buch! Menschen mit psychischer Erkrankung werden verächtlich gemacht – Und das bei einem Buch, in dem es um Mobbing geht. Die Geschichte strotzt vor Schimpfwörtern. Die Autorin nutzt gerne Anglizismen, leider hat sie keine Ahnung wie man das macht. Da sind die unsympathischen Figuren und der passive, weinerliche Protagonist noch die geringeren Übel.

1 von 5 Sternen

Wenn euch das Thema Mobbing interessiert, dann lest ihr besser „Ich hätte es wissen müssen“ von Tom Leveen.

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Auf der Seite von Carlsen findet ihr eine Leseprobe zu „Homevideo“.

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